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Suche Hoffnung

22. März 2020

Suche Hoffnung

22. März 2020 Katharina

Schön, dass Du da bist. Manchmal gibt es sie, die Momente, in denen wir fühlen: Ich kann nicht mehr.

Eine Märtyrerin, Paul Delaroche, um 1853,
Hermitage, St. Petersburg

Hoffnung und Liebe lassen uns recht lange aufrecht stehen. Aber was passiert, wenn sie drohen fortzuschwimmen? Dann legen wir uns hin, sagen uns die beiden Bilder von heute.

Wellen

Inmitten des türkis-tiefblauen Wassers liegt sie. Die Frau in dem Gemälde von Paul Delaroche. Ihr Gesicht ist hell beleuchtet, wie durch einen unsichtbaren Scheinwerfer.

Sie sieht friedlich aus. Aber ihr verknoteten Hände, der Kahn hinter ihr, erzählen uns mehr. Sie möchte nicht schwimmen oder Boot fahren. Sie möchte nur noch von den leichten Wellen getragen werden.

Blaue Welt

Wenn Himmel und Erde zusammenkommen, dann wird alles blau. Mit ihrem Kleid gehört die Frau in der Fotografie von Brooke Shaden zu dieser blauen Welt.

Fotografie, Brooke Shaden

Wellen umspülen auch sie. Aber sie liegt im Sand, wird nicht von dem Wasser getragen. Und ihre Arme sind geöffnet. Sie kann jederzeit noch aufstehen und an den Strand, in das Leben zurückkehren.

Hoffnung

Im Hintergrund des Gemäldes von Paul Delaroche sehen wir sie – zwei wild gestikulierende Gestalten. Sie vermitteln uns Entsetzen und Traurigkeit. Denn die Frau bleibt liegen.

Aber Brooke Shadens Frau vielleicht nicht. Mit ihren geschlossenen Augen sammelt sie nicht nur die Wellengeräusche um sie herum. Sondern vielleicht auch neue Hoffnung, neue Liebe.

Ich lege mich hin, nicht um davon zutreiben. Sondern um mich für einen Moment tragen zu lassen. Und um sie wiederzufinden – die Hoffnung, die Liebe.

Falls Du noch weitere Bilder von Brooke Shaden sehen möchtest, findest Du diese auf ihrer Webseite.

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